Probezeit für die Liebe

Probezeit für die Liebe

Frisch verliebt - und nun? Neben Schmetterlingen im Bauch und Schwindelanfällen hält eine beginnende Romanze immer auch einige Stolpersteine bereit. Acht Fallen - und wie man sie erfolgreich umschifft ...
Eigentlich sollte man ja immer verliebt sein! Man wandelt auf rosa Wolken und eine Flut von Glückshormonen macht den Konsum von bewusstseinsverändernden Drogen überflüssig. Dieser Zustand reiner Euphorie hat allerdings auch eine Kehrseite - denn oft sind mit dem Start einer Liebe diverse Zweifel und Unsicherheiten verbunden: Will sie mich wirklich? Ist er schon über seine Ex hinweg? Öffne ich mich dem Anderen zu schnell oder zu langsam? Bin ich überhaupt schon bereit für eine neue Bindung? Doch keine Angst: Wer sich über die kleinen und großen Fallen des Verliebtseins im Klaren ist, kann viel gewinnen ...

Die Anspruchs-Falle

„Ich wünsche mir einen Mann/eine Frau mit beruflichem Erfolg, perfekten Manieren, strahlendem Aussehen und überragender Intelligenz, der/die immer für mich da ist ...“ Wer mit solchen Ansprüchen in eine beginnende Romanze startet, wird es regelmäßig schwer haben, diese mit der Realität in Einklang zu bringen. Natürlich entwickelt man - erst recht wenn man lange auf der Suche nach der Liebe fürs Leben war - gewisse Vorstellungen davon, was man will und was nicht. Trotzdem ist es wichtig, den Anderen nicht mit überzogenen Erwartungen zu überfordern. Stichwort „Ich will ...“: Gerade nach enttäuschenden Beziehungserfahrungen neigen manche dazu, im Geiste eine Liste von Forderungen an den neuen Partner aufzustellen. Motto: Von jetzt an keine Kompromisse mehr! Das führt oft dazu, dass man ständig kritisiert, Vorschriften macht und von Anfang an versucht, den anderen zu ändern - oder im schlimmsten Fall einfach immer wieder nach kurzer Zeit enttäuscht das Handtuch wirft. Lösung: Nicht zu verwirklichende Ansprüche fallen lassen und durch realistische ersetzen. Den neuen Partner so akzeptieren, wie er ist. Und sich hin und wieder fragen: Würde ich selbst eigentlich meiner Vorstellung von einem perfekten Partner gerecht werden?

Die Taktik-Spielchen-Falle

„Ich lasse eine neue Liebe gern ein bisschen zappeln – ein wenig Verunsicherung macht die Sache doch erst so richtig interessant.“ Es ist ein verbreiteter Irrglaube, man könne die Spannung in einer beginnenden Beziehung aufrechterhalten kann, indem man den anderen möglichst lange über seine Gefühle im Unklaren lässt. Wenn man aber - um sich interessant zu machen - seinen Flirt tagelang nicht zurück zu ruft, absichtlich zu spät zu Verabredungen erscheint oder sich gar mit anderen Frauen/Männern trifft, ist das vor allem eines: verletzend oder einfach nur dumm. Lösung: Einfach auf Spielchen verzichten! Sich überlegen, wie man selbst es finden würde, so behandelt zu werden. Und sich hin und wieder die goldenen Regel vorbeten: Was du nicht willst, dass man dir tu ...

Die Verlustangst-Falle

„Wenn ich mich verliebe und dem Anderen öffne, ist es meist auch schon wieder zu Ende ...“ Gerade, wenn es besonders intensiv „Klick“ gemacht hat, befällt manchen eine mindesten ebenso stark ausgeprägte Verlustangst. Besonders Frau neigen dazu, sich von Anfang an das Schlimmste auszumalen: In einer Umfrage der Online-Partneragentur PARSHIP.de zum Thema unter mehr als 1000 Mitgliedern gaben fast 50 Prozent der weiblichen Befragten zu, dass Ihnen in der Beziehungs-Probezeit in erster Linie die Angst zu schaffen macht, dass es schon bald wieder vorbei sein könnte. Zum Vergleich: Von den befragten Männern machten sich nur 32 Prozent vergleichbare Sorgen. Fatal: Wer schon in den ersten Wochen einer Beziehung in jeder Kleinigkeit ein Zeichen für die bevorstehende Trennung sieht, führt diese womöglich durch sein misstrauisches Verhalten erst herbei. Lösung: Sich klar machen, woher solche Ängste rühren! Haben diese wirklich eine reale Grundlage oder erwartet man das nahende Beziehungsende vielleicht nur aus Gewohnheit?

Die Klammer-Falle

„Wenn ich mich verliebe, konzentriere ich mich voll und ganz auf meinen neuen Partner. Alles andere wird mir dann unwichtig.“ Gerade wer lange allein war, kann dazu neigen, sich ein wenig zu sehr auf die neue Beziehung zu fixieren. Natürlich ist es normal, dass man viel Zeit miteinander verbringen will, wenn man wirklich verliebt ist. Trotzdem sollte man nicht vergessen, sich gegenseitig Freiräume zu lassen. Wer jede freie Minute für gemeinsame Aktivitäten verplant, kann den neuen Partner damit leicht einengen und Ängste auslösen. Und riskiert womöglich, genau das zu verlieren, was den Anderen ursprünglich einmal fasziniert hat: Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit. Lösung: Das richtige Verhältnis von Nähe und Distanz finden. Das eigene Leben weiterleben, Freunde und Familie nicht vernachlässigen. Denn ohne Einflüsse von außen wird jede noch so intensive Zweierbeziehung irgendwann langweilig.

Die Idealisierungs-Falle

„Mein neuer Partner/meine neue Partnerin ist der wunderbarste Mensch, den ich jemals kennen gelernt habe - er/sie ist einfach perfekt.“ Wenn man verliebt ist, schwebt man auf rosa Wolken und neigt schnell dazu, den Anderen auf ein Podest zu heben. Endlich hat man sie gefunden: Die einzige, wahre und endlose Liebe zu einem Menschen mit ausschließlich fabelhaften Eigenschaften. Negative Charakterzüge werden einfach ausgeblendet oder verharmlost. Das macht in der ersten Verliebtheitsphase durchaus Sinn, kann aber auch dazu führen, dass man wichtige Warnsignale übersieht - und irgendwann aus der heilen Welt direkt in die Ausnüchterungszelle umziehen muss. Das er mit 42 noch bei seiner Mutter lebt oder sie drei Viertel ihres Tages vor dem Schminkspiegel verbringt, erscheint womöglich irgendwann nicht mehr nur als liebenswerte Schrulle - sondern beginnt schlicht zu nerven. Lösung: Zeichen richtig deuten. Wenn Freunde immer wieder betonen: „Er/Sie passt überhaupt nicht zu dir!“, sollte man darüber zumindest einmal ernsthaft nachdenken.

Die Eifersuchts- und Misstrauens-Falle

„Ich kann nichts dagegen tun: Nach einiger Zeit beginne ich immer, mir Gedanken zu machen, ob er/sie mich hintergeht ...“ Gerade, wer in Sachen Treue schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht hat, ist schnell dabei, jeden neuen Partner unter Generalverdacht zu stellen. Besonders, wenn man sich noch nicht so gut kennt, können dann schon Kleinigkeiten fatale Gedanken-Spiralen auslösen: Trifft er sich mit seiner Kollegin wirklich nur zum Arbeitsessen? Warum verlässt sie zum Telefonieren das Zimmer? Das ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann – erst Recht, wenn der Partner sich zu Unrecht verdächtigt sieht - eine beginnende Liebe im schlimmsten Fall ersticken. Lösung: Offen über seine Ängste sprechen, ohne dabei in Anklagen und Unterstellungen zu verfallen. Statt sich stundenlang Gedanken zu machen, bei Zweifeln und Verunsicherung einfach nachfragen: Warum hast du das getan? Wie hast du das gemeint? (Und sollte die Antwort tatsächlich unerfreulich ausfallen: Je früher Sie die Wahrheit kennen, desto besser ...)

Die So-tun-als-ob-Falle

„Es fällt mir nicht schwer, mich den Wünschen und Bedürfnissen eines neuen Partners anzupassen - ich werde dann fast ein anderer Mensch.“ Wer verliebt ist, wünscht sich Übereinstimmungen und Gemeinsamkeiten mit dem Partner. Manch einer neigt deshalb zur Ich-auch-Taktik: Du liebst klassische Musik? Ich auch! Klettertouren? Mittelalterliche Schnitzkunst? Ich auch! Das ist natürlich wunderbar - solange es der Wahrheit entspricht. Wer allerdings aus Gefallsucht schwindelt, wird damit irgendwann auffliegen. Genauso falsch ist es, eigene Charakterzüge und Vorlieben zu unterdrücken, weil man ahnt, dass diese beim Anderen auf wenig Gegenliebe stoßen. Lösung: Sich treu bleiben und nicht verbiegen. Nur weil man sich liebt, muss man nicht immer einer Meinung sein oder sämtliche Interessen teilen. Wer sein Verhalten nur an seinem Partner ausrichtet, beginnt sich selbst zu verleugnen und wird irgendwann unglücklich.

Die Zu-schnell-zu-viel-Falle

„Wenn ich meine große Liebe gefunden habe, weiß ich das sofort! Von mir aus können wir dann gleich heiraten und Kinder kriegen.“ Nichts gegen große Gefühle und romantische Spontan-Hochzeiten - aber es ist eine Tatsache, dass man in der ersten Verliebtheit nur selten ein wirklich realistisches Bild vom Anderen entwickelt. Natürlich ist es nachvollziehbar, im Rausch der Gefühle vom Zusammenziehen zu träumen oder sich vorzustellen, wie der gemeinsame Nachwuchs aussehen würde. Einmal ausgesprochen, können solche Visionen aber leicht verschrecken. Oder aber Erwartungen wecken, die man wenig später vielleicht gar nicht mehr erfüllen kann oder will. Lösung: Sich bremsen. Kinderwunsch und Heiratspläne lieber erst einmal mit Freunden besprechen. Gerade in der Anfangszeit sollte man vor allem eines tun: Die gemeinsame Zeit genießen wie sie ist. Damit die Beziehungs-Probezeit möglichst lange, vielleicht sogar bis ans Lebensende hält.

Quelle: PARSHIP.de

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