Juni 26, 2009
Singlereisen: Hier gehört der Urlaubsflirt zum Programm
Jeder, der zum ersten Mal bewusst einen Singleurlaub genießt, kennt das Gefühl: Der graue Alltag ist weit weg, man ist schon beim Aufwachen gut gelaunt, weil sorgenfrei. Und das Beste: Ringsum trifft man auf lauter Gleichgesinnte. Statt Jobstress oder Problemgesprächen stehen Natur, Strand, Sport, Party und natürlich Flirten auf der Tagesordnung! Single-Urlaubsangebote gibt es für praktisch alle Altersgruppen, ob für sportliche Mittzwanziger, für aktive Singles über 40 oder für Senioren, die sich noch einmal neu verlieben wollen. Dabei handelt es sich um Reisenangebote, deren Rahmenprogramm auf die Wünsche und Bedürfnisse von Partnersuchenden zugeschnitten sind. Das beginnt schon bei der Zusammenstellung einer Gruppe nach Altersklasse und Interessen. Zum Programm gehören Aktivitäten, die nur als Gruppe oder zu zweit ausgeübt werden können, z.B. Rafting-Ausflüge, Klettertouren, Koch- oder Tanzkurse. Typische Einzelaktivitäten fehlen. Auch die Atmosphäre ist betont familiär. Man wird nicht gerade zwangsvergesellschaftet, doch aufgrund des umfangreichen Gruppenprogramms kommt man automatisch leichter ins Gespräch als bei „normalen“ Urlaubsreisen. Die erste Urlaubsbekanntschaft ist also schnell geknüpft. Am Frühstücksbuffet, beim Segeltörn, im Yogakurs, bei der Poolparty… doch ist das wirklich der richtige Rahmen für große Gefühle?
Der Flirt im Urlaub: Vorsicht, hier gelten besondere Spielregeln
Das Ziel bei Singlereisen ist es, möglichst viele potenzielle Flirtpartner in kurzer Zeit kennenzulernen, verbunden mit interessanten Sportarten, kulinarischen Entdeckungen und neuen Gedanken im Kopf. Man ist im wahrsten Sinne des Wortes ein anderer Mensch. Zu wissen, dass die Mitreisenden ebenfalls in Flirtlaune sind, erleichtert die Kontaktaufnahme sehr, denn das Risiko einer Abfuhr ist deutlich kleiner als unter normalen Umständen. Genau hier liegt der größte Vorteil von Singlereisen – und gleichzeitig die Gefahr von Missverständnissen. Mal ehrlich: Wer ist im Urlaub schon ganz authentisch? Man präsentiert sich von seiner besten Seite. Alles, was den positiven Eindruck trüben könnte, wird dezent verschwiegen. Was völlig okay ist, schließlich geht es nicht um einen Seelenstrip, sondern um Spaß, Flirten, gemeinsame Interessen und erotisches Knistern. Nur lässt sich diese Unbeschwertheit leider niemals 1:1 in den Alltag übersetzen. Ein Flirt im Urlaub kann also bestenfalls als schöner Auftakt einer Bekanntschaft verstanden werden, aber nicht die Kennenlernphase unter Alltagsbedingungen ersetzen. Begehrte Kandidaten für den Sommerflirt sind traditionell die „Urlaubsprofis“, z.B. Reiseleiter, Animateure, Tauch- oder Skilehrer, DJs oder Musiker. Hier heißt es aber: Abstand halten. Denn die Damen und Herren wissen genau, dass sie sich offiziell nicht mit Gästen einlassen dürfen. Natürlich geht da manchmal doch etwas, nur spielt sich das sehr diskret ab – und ist spätestens am Abreisetag zu Ende. Wer ein schnelles, heimliches Abenteuer sucht, hat beim knackigen Surflehrer oder der süßen Rezeptionistin eventuell gute Karten. Doch Liebe ist dabei keinesfalls drin. Auch das Thema Eifersucht darf beim Flirten im Urlaub keine Rolle spielen. Schließlich geht es darum, neue Leute kennenzulernen, und das ist nicht auf eine Person beschränkt. Damit der Sommerflirt Spaß macht, gilt also: klare Ziele setzen, nicht zuviel in einen Kontakt hineingeheimnissen und immer locker bleiben.
Wieder zuhause – und was wird aus der Urlaubsbekanntschaft?
Wer sich im Urlaub verliebt und diesen Kontakt zuhause weiterleben möchte, sollte sich auf einige Überraschungen gefasst machen. Plötzlich kommt unter der Sonnenbräune ein anderer Mensch zum Vorschein. Mit unbekannten Angewohnheiten, Macken, merkwürdigen Freunden, beruflichen Problemen, vielleicht einer Ex-Beziehung, die noch nicht verarbeitet ist… Das fühlt sich bizarr an, weil man mit diesem scheinbar so fremden Menschen bereits viele intensive, schöne Erlebnisse geteilt hat. Das Kunststück heißt, sich jetzt nicht frustriert voneinander abzuwenden, sondern zumindest den Versuch zu wagen, sich unter Alltagsbedingungen noch einmal neu kennenzulernen. Viele Paare, die sich als Urlaubsflirt kennen- und lieben lernten und seitdem eine langjährige Beziehung miteinander leben, teilen übrigens ein Erfolgsgeheimnis: Sie haben das Schöne, Sorglose aus dem Urlaub in den Alltag hinüber gerettet und bewahren es als kleinen Erinnerungsschatz für Krisenzeiten. Wenn z.B. Ärger mit dem Vermieter oder Stress im Büro die Stimmung kippen lassen, hilft ein kleines „Weißt du noch?“, um die Situation zu entspannen…














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